Ein Märchen ohne Happy End?

Es war einmal im Jahre 2004. Zwei kleine Katerchen, Tom und Jerry, gerade einmal ein paar Wochen alt, fanden ein tolles Zuhause bei ihrem Herrchen. Den störte es auch nicht, dass Jerrys Schwänzchen verkrüppelt war.

Die beiden Brüder hingen aneinander. Keiner wollte ohne den anderen sein. Und sie mussten es auch nicht, denn ihr Herrchen kümmerte sich liebevoll um beide. Dafür liebten sie ihn und wollten immer in seiner Nähe sein.

Sogar zum Einkaufen begleiteten sie ihr Herrchen, über die vielbefahrene Straße, wussten sie doch, dass er sie immer sicher leiten würde. Vor dem Supermarkt saßen sie und warteten so lange, bis er seine Besorgungen getätigt hatte und sie wieder zusammen heimgehen konnten.

 

Es war eine schöne Zeit mit viel Abenteuern, Spielen, Kuscheln. Tom, Jerry und Herrchen lebten glücklich zusammen bis Herrchen im Jahr 2011 plötzlich krank wurde, So krank, dass er wusste, er würde nicht mehr lange leben.

So bat er jemanden aus seiner Familie, sich um Tom und Jerry zu kümmern, wenn er nicht mehr da sei. Man versicherte ihm, er müsse sich keine Sorgen machen.

 

Doch dann kam der Tag, an dem ein Umzug anstand. Jerry war gerade auf einem Streifzug, scheinbar diesmal ohne seinen Bruder, so dass er nicht zugegen war als man mit Sack und Pack und Tom im Gepäck in einen anderen Ort zog.

 

Als Jerry von seinem Ausflug zurück kam, war niemand mehr da. Die Haustür war und blieb verschlossen für lange Zeit. Als sie sich schließlich wieder öffnete waren es fremde Menschen, die dort sein Revier bezogen.

Jerry verstand die Welt nicht mehr. Herrchen weg, Tom weg und er war ganz alleine auf sich gestellt. Zum Glück gab es Menschen in der Nachbarschaft, die ihm hin und wieder etwas zu Fressen gaben.

 

Er schaffte es über ein Jahr, sich einigermaßen durchzuschlagen, doch Jerry war auch nicht mehr der jüngste und der Winter setzte ihm arg zu. Er schaffte es nicht mehr, genug Futter zu finden, seine Kräfte schwanden und er konnte sich nicht mehr pflegen, so dass sein Fell vollkommen verfilzte und er sich kaum noch bewegen konnte.

 

Doch da gab es jemanden, der nicht die Augen verschloss, der bemerkte, dass dort ein Tier leidet und dieser Mensch hat den Tierschutz zu Hilfe gerufen.

 

So kam Jerry ins Tierheim. Dort gab man ihm den Namen Gilbert. Er war sehr schwach, seine Augen tränten. Tagelang wollte er sich kaum bewegen, lag immer nur auf einer Stelle, einer weichen Decke, verschlang sein Futter und begrüßte jeden mit einem anfangs kläglichem doch mit jedem Tag immer mehr an Lautstärke zunehmendem Maunzen.

 

Jedes Streicheln genießt er mit wohligem Schnurren und man spürt seine Dankbarkeit in jeder Minute, in der man sich mit ihm beschäftigt. Anja, eine Mitarbeiterin des Tierheims, hat sich seiner angenommen und ihm sämtliche Filzplatten aus dem Fell herausgebürstet. Nun konnte er sich auch wieder bewegen, was er sichtlich geniest.

 

Ein neuer Name, ein neues Leben – das erwatet nun den süßen Gilbert-Jerry. Und Sie könnten dazu beitragen, dass diese Märchen (ist es wirklich eins?) ein Happy End findet.

 

Momentan steht noch das Ergebnis des Bluttests aus, aber wir hoffen alle, dass er noch eine schöne Zeit, geliebt und umsorgt in einem neuen Zuhause erleben darf.

 

Update 08.03.2013: Gilberts Blutwerte sind fantastisch. Für sein Alter ist er ein kerngesunder Kater.

Zwischenzeitlich war er auch vermittelt, doch in seinem neuen Zuhause mochte er leider die beiden schon vorhandenen Katzen nicht. Er ging sogar so weit, dass er sie angriff und die beiden sich kaum noch frei bewegen konnten.

 

Schweren Herzens wurde er uns zurückgebracht und sucht nun wieder ein Plätzchen, wo er endgültig, diesmal als Einzelkater, unterkommen kann.

 

Gilbert ist Menschen gegenüber absolut lieb, verschmust und geduldig. Auch Kinder findet er klasse, Hauptsache, er wird gestreichelt.

 

Update 28.04.2013: Gilbert ist wieder in ein neues Zuhause eingezogen. Hoffen wir und drücken ihm die Daumen, dass er bei der netten Familie nun endgültig bleiben kann.